Dreischwesternlinde

(Sommerlinde Tilia platyphyllos)

Im Jahre 2002 auf dem Albertinenhof eingepflanzt, ein Geschenk der Schwestern Marianne, Hildegard und Magdalena, geb. Pieck:

Zur Erinnerung an Albertine Willecke, die im Jahr 1912 die alte Lindenallee aus achtzehn stattlichen Linden, die zum Albertinenhof im Sauerland führte, wegen der Diemeltalsperre, verloren hat; Zur Erinnerung an Hildegard von Bingen, die Lindenblütentee zur Linderung allerlei Beschwerden, sowie für die Schönheit Lindenblütenwasser, wirksam anzuwenden wusste;

Zur Erinnerung an „Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum…“, eines der bekanntesten und beliebtesten Volkslieder, das 1822 von Wilhelm Müller geschrieben und das 1827 von Franz Schubert vertont wurde;

Zur Erinnerung an die Poeten, die nicht müde wurden, den Lindenbaum als Zentrum der Geselligkeit zu preisen, wo sich das gesellige Leben der Leute abspielte, getanzt, gesungen und getrunken wurde, selbst dem Spielmann den nötigen Schatten spendete. So wie auch Goethe der Linde in seinem Osterspaziergang huldigt;

Zur Erinnerung an die Linde in der germanischen Mythologie. In Kriemhilds Garten eine mächtige Linde stand, in deren Schatten 500 Frauen Platz fanden und die von 12 Helden, der berühmteste von ihnen Siegfried, bewacht wurde;

Zur Erinnerung an den Schurken Hagen von Tronje, der hinterhältig Siegfried zum Verhängnis wurde. Der Schurke wusste, dass sich bei Siegfried, während seines Bades im Drachenblut, ein Lindenblatt zwischen den Schultern festgesetzt hatte, die einzige verbliebene verwundbare Stelle;

Zur Erinnerung an die Linde als Gerichtsbaum, an die Linde als Femelinde, an den Lindenbaum in Hof, Dorf, Kloster und Burg, die im Herzen des Volkes, so wie hier auf dem Albertinenhof der Familie Willecke, wohl den besten Platz gefunden hat.